Master-Seminar im WS 26/27: Sport als Transformationsfeld - Nachhaltige Fanmobilität im Profifußball am Beispiel des DFB
Sport als Transformationsfeld: Nachhaltige Fanmobilität im Profifußball am Beispiel des DFB
Gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund nachhaltige Mobilitätskonzepte für Sportveranstaltungen entwickeln
Zehntausende Menschen machen sich an einem Spieltag auf den Weg ins Stadion – um nach dem Abpfiff nahezu gleichzeitig wieder nach Hause zu streben. Wie kann diese Mobilität künftig klimafreundlicher, effizienter und zugleich attraktiv für die Fans gestaltet werden? Welche Verantwortung tragen Vereine und Verbände? Und wie müssen innovative Mobilitätsangebote aussehen, damit sie nicht nur auf dem Papier überzeugen, sondern von den Menschen tatsächlich angenommen werden?
Mit diesen ebenso aktuellen wie praxisnahen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Sport als Transformationsfeld: Nachhaltige Fanmobilität im Profifußball am Beispiel des DFB“ im Wintersemester 2026/27. Wie schon der Titel in Aussicht stellt, findet das Seminar in Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und seinem Nachhaltigkeitsmanager Simon Rasch statt.
Dabei geht es nicht allein darum, bestehende Konzepte kennenzulernen. Die Studierenden erhalten vielmehr die Gelegenheit, selbst an realen Herausforderungen des professionellen Fußballs zu arbeiten und eigene Lösungsansätze zu entwickeln.
Der Sport als Motor nachhaltiger Entwicklung
Sportorganisationen besitzen eine enorme gesellschaftliche Strahlkraft. Sie erreichen Millionen von Menschen, prägen Verhaltensweisen und können wichtige Impulse für eine nachhaltige Entwicklung setzen. Gerade im professionellen Fußball gewinnt deshalb ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagement zunehmend an Bedeutung.
Vereine und Verbände entwickeln Nachhaltigkeitsstrategien, setzen konkrete Maßnahmen um und berichten öffentlich über ihre Fortschritte. Die Nachhaltigkeitsrichtlinien des DFB und der DFL sowie das Nachhaltigkeitskonzept der UEFA EURO 2024 zeigen, wie fest das Thema mittlerweile im organisierten Fußball verankert ist.
Doch welche Wirkung können diese Ansätze tatsächlich entfalten? Wo liegen die besonderen Handlungsmöglichkeiten des Sports – und wo stoßen sie an Grenzen? Das Seminar betrachtet Sportveranstaltungen deshalb nicht nur als ökologisches Problemfeld, sondern auch als mögliche Transformationsarenen, in denen neue Ideen entwickelt, erprobt und sichtbar gemacht werden können.
Im Mittelpunkt: die Mobilität der Fans
Sportgroßveranstaltungen wirken sich in vielen Bereichen auf Umwelt und Klima aus – etwa durch Energieverbrauch, Catering, Abfall, den Einsatz von Ressourcen und vor allem durch Mobilität. Einen besonders großen Anteil der verursachten CO₂-Emissionen macht häufig die An- und Abreise der Zuschauerinnen und Zuschauer aus.
Genau hier setzt das Seminar an. Die Studierenden analysieren den Mobilitätsmix von Fußballfans, untersuchen bestehende Herausforderungen und lernen innovative Lösungsansätze aus dem Sport sowie aus anderen Branchen kennen. Dabei geht es beispielsweise um:
Konzepte für die sogenannte „Last Mile“ zwischen Bahnhof, Parkplatz und Stadion,
digitale Mobilitätsplattformen und vernetzte Reiseinformationen,
Mitfahrangebote und neue Formen gemeinschaftlicher Mobilität,
die bessere Verzahnung unterschiedlicher Verkehrsmittel,
Anreizsysteme für eine klimafreundliche Anreise sowie
die Frage, wie Mobilitätsangebote gestaltet sein müssen, damit Fans sie akzeptieren und nutzen.
Auf Grundlage eigener Recherchen entwickeln die Studierenden in Gruppen ein Konzept für eine nachhaltigere Fanmobilität. Ziel ist es, nicht nur bekannte Best Practices zusammenzutragen, sondern konkrete, kreative und umsetzungsorientierte Ideen für die zukünftige Gestaltung von Fußballveranstaltungen zu erarbeiten.
Wissenschaft trifft Praxis
Das Seminar verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit realen Herausforderungen des Profifußballs. Fachliche Analyse, kreative Konzeptentwicklung und der unmittelbare Austausch mit der Praxis greifen dabei eng ineinander. Geplant sind unter anderem:
wissenschaftliche und praxisbezogene Inputs zur Nachhaltigkeit im Fußball und bei Sportgroßveranstaltungen,
der direkte Austausch mit Expertinnen und Experten aus dem Sport- und Mobilitätsbereich,
die eigenständige Entwicklung eines Mobilitätskonzepts in Arbeitsgruppen,
Zwischenpräsentationen mit fachlichem und praxisorientiertem Feedback,
eine Exkursion zu Bayer 04 Leverkusen mit Einblicken in das Nachhaltigkeitsmanagement eines Bundesligavereins, einer Expertenvorlesung sowie
eine Abschlussveranstaltung auf dem DFB-Campus in Frankfurt.
Letzteres soll zugleich den Höhepunkt des Seminars bilden: die Präsentation der entwickelten Konzepte vor Praxispartnerinnen und Praxispartnern auf dem DFB-Campus. Die Studierenden erhalten damit die besondere Gelegenheit, ihre Ideen in einem professionellen Umfeld vorzustellen, mit Fachleuten zu diskutieren und Rückmeldungen aus der Praxis zu erhalten.
Eigene Ideen für die Zukunft des Profifußballs
Das Seminar richtet sich an Studierende, die sich für Nachhaltigkeit, Mobilität, Sport, Transformation und die Entwicklung konkreter Lösungen interessieren. Gefragt sind nicht nur fachliche Vorkenntnisse, sondern vor allem Neugier, Kreativität und die Bereitschaft, sich aktiv in die gemeinsame Arbeit einzubringen.
Wer nicht nur über nachhaltige Entwicklung diskutieren, sondern an einer konkreten Zukunftsfrage des Profisports mitarbeiten möchte, findet hier die Gelegenheit dazu.
Wir freuen uns auf engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, neue Perspektiven und spannende Ideen für eine nachhaltigere Mobilität im Fußball.
Weitere Informationen folgen in Kürze!
Die Anmeldung erfolgt ab dem 18.08.2026 über StudiLöwe.
Bei Fragen gerne bei Franziska Hilger (hilger@wiwi.uni-wuppertal.de) melden.
