Klausureinsicht – Modul MWiWi 2.10 (Ökonomischer und institutioneller Wandel)
Klausureinsicht – Modul MWiWi 2.10 (Ökonomischer und institutioneller Wandel)
Wirtschaftspolitische Herausforderungen der Nachhaltigkeitswende – Analyse politischer Stoßrichtungen
Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise zählt zu den größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Neben der Klimakrise prägen zunehmend auch geopolitische Konflikte, wirtschaftliche Machtverschiebungen und technologische Umbrüche die globalen Rahmenbedingungen. Kriege und Spannungen in verschiedenen Weltregionen, wachsende Rivalitäten zwischen großen Wirtschaftsräumen sowie neue Abhängigkeiten bei Energie, Rohstoffen und digitalen Technologien verdeutlichen, wie eng Nachhaltigkeit, Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität miteinander verknüpft sind.
Gleichzeitig treiben Digitalisierung, künstliche Intelligenz sowie die Energie- und Mobilitätswende tiefgreifende strukturelle Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft voran. Diese Entwicklungen verändern Produktionsweisen, Wertschöpfungsketten und Arbeitsmärkte weltweit und erhöhen den Druck auf Staaten, ihre wirtschaftspolitischen Strategien kontinuierlich anzupassen. Für zukünftige Fach- und Führungskräfte ist es daher unverzichtbar, die aktuellen wirtschaftspolitischen Stoßrichtungen in einem gesamtgesellschaftlichen und internationalen Kontext zu verstehen und kritisch einzuordnen. So werden im Seminar zentrale, die aktuelle Debatte prägende Initiativen – angesiedelt auf verschiedenen politischen Ebenen – zum Thema gemacht:
Auf EU-Ebene stehen etwa der CO₂-Grenzausgleich, die Reform des europäischen Strommarktdesigns sowie industriepolitische Strategien für saubere Technologien und resiliente Wertschöpfungsketten im Mittelpunkt.
Auf Bundesebene richten wir den Blick unter anderem auf die Wärme- und Energiepolitik, den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft sowie ordnungs- und förderpolitische Impulse für klimafreundliche Mobilität und Gebäude.
Auf Landesebene interessieren insbesondere Regelungen zum Ausbau von Wind- und Solarenergie, zur Flächen- und Strukturpolitik sowie zur Förderung digitaler und klimafester Infrastrukturen.
Auf kommunaler Ebene diskutieren wir exemplarisch Fragen der Wärmeplanung, der nachhaltigen Stadtentwicklung sowie des kommunalen Ressourcen- und Mobilitätsmanagements.
Ziel des Seminars ist es, wirtschaftspolitische Maßnahmen und Regulierungsansätze auf den verschiedenen politischen Ebenen zu analysieren, Zielkonflikte, Verteilungswirkungen und Umsetzungsprobleme herauszuarbeiten und alternative Gestaltungsoptionen zu diskutieren. Die Teilnehmenden gewinnen damit Orientierung in aktuellen Transformationsdebatten und vertiefte Einblicke in die Mechanismen politischer Steuerung an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Um die Anschaulichkeit der Themen zu erhöhen, werden wir unter anderem einen externen Experten einladen. Mit Andreas Mucke, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal a.D. und heutiger Geschäftsführer von Circular Valley, erhalten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Transformationsprozesse aus politischer und wirtschaftlicher Perspektive.
Darüber hinaus ist eine Exkursion geplant, bei der praxisnahe Einsichten in die Gestaltung kommunaler Transformationsprozesse vermittelt werden. Am Beispiel der Bundesgartenschau 2031 in Wuppertal wird gemeinsam mit Holger Bramsiepe, Vordenker des Fördervereins Bundesgartenschau 2031 und hauptberuflicher „Zukunftsdesigner“, diskutiert, welche Rolle entsprechende Großprojekte für Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und regionale Transformation spielen können.
Jetzt schon freuen wir uns auf spannende Diskussionen mit Ihnen!